Freitag, 15. März 2013

Picture my Day

Der “Picture my day”-Day ist ein vorab festgelegter Tag an dem Blogger ihren Tagesablauf mit einer Reihe Fotos dokumentieren.

Chriz

In diesem Sinne. Business as usual.

Frühstück

Frühstück

Wetter heute ausnahmsweise schön

Auf in's Büro

A bus station is where the bus stops. A workstation is where...?

Mittagessen

Ab nach Hause

Orientalisches Abendessen

Zur Entspannung noch etwas Physik

Freitag, 8. Februar 2013

Der Offline-Werbeblocker

Vor jetzt fast 9 Monaten habe ich an meinem Briefkasten, nachdem der klitzekleine Aufkleber "Keine Werbung" nicht weiterhalf, einen Offline-Werbeblocker angebracht. Das hat das Werbeaufkommen drastisch reduziert, aber nicht verhindert. Hier also meine Erfahrungen mit dem Schneckenpost-Spam.

Der erste Fall war ein örtliches Werbeheftchen das schätzungsweise im August hier aufschlug. Dagegen gibt es eine Handhabe. Man kann direkt klagen, oder eine einstweilige Verfügung versuchen zu erwirken (beides recht heftig), oder man kann erstmal abmahnen. Das kostet den Verursacher je nach Fall etwa 400-500 Euro. Er muss eine Unterlassungserklärung unterschreiben und zahlt im Wiederholungsfall eine Strafe von 5.000 Euro direkt an den Geschädigten (also mich). Das sah mir zweckmäßig aus, also mailte ich einem Anwalt, lies mich beraten und entschied mich dann für die Abmahnung. Der Erfolg war, dass der Verursacher in seinem Antwortbrief erklärt hatte, es könne gar kein Schild am Briefkasten gewesen sein. Denn wäre dort eins gewesen, hätte man selbstverständlich keine Werbung eingeworfen. Wenn die Abmahnung erfolglos ist, zahlt erstmal der Geschädigte. Da hatte ich dann also nicht nur einen kackendreisten Typ, der mir gegen meinen Willen Werbung schickt, sondern auch noch 500 Euro an der Backe. Das wollte ich nicht auf mir sitzen lassen, dementsprechend haben wir also geklagt.

Von so einer Klage kriegt man erstmal nicht viel mit. Ich hatte per Mail Kopien des Schriftverkehrs zwischen dem Gericht und meinem Anwalt gekriegt, unter anderem standen in einem Schreiben auch die Verfahrenskosten in Höhe von etwa 2.000 Euro drin - im Fall eines verlorenen Verfahrens hätte ich die zahlen müssen. Dann hatte ich irgendwann einen Brief im Briefkasten. Die Vorladung zur Hauptverhandlung im April. Soweit kam es dann aber nicht. Der Gegner schrieb ans Gericht, dass er die Klage anerkennt, hat sich somit einen Teil der Kosten gespart. Ich kriege meine Abmahnungkosten wieder, die Verfahrenskosten und den Anwalt zahlt auch der Gegner, für mich also alles kostenlos. Und wenn ich jetzt erneut Werbung von genau dieser Firma kriege, muss der Laden eine vierstellige Vertragsstrafe an mich zahlen. Die machen also in Zukunft einen großen Bogen um meinen Briefkasten. Das ist genau das, was ich von Anfang an wollte. Die einzige Frage, die für mich offen bleibt: Wieso nimmt man den Hinweis am Briefkasten nicht gleich ernst? Hätte viel Ärger erspart.

Der nächste Fall ist weitaus dreister. Ein Internetprovider hat mir, ebenfalls letztes Jahr, auch Werbung geschickt. Ich habe abgemahnt. Statt überhaupt irgendwas zu erklären, schrieb die gegnerische Anwältin, das Schreiben sei zur Kenntnis genommen worden, gezahlt wird trotzdem nicht. Zack. Ich sitze also wieder auf den Kosten. Statt eine zweite Klage parallel anzustrengen und am Ende noch per Geld zu verschleudern (rechnerisch wären das dann insgesamt 5.000 Euro), wollte ich lieber auf den Ausgang des ersten Verfahrens warten. Jetzt, wo das gewonnen ist, kriege ich erneut Werbung von diesem Provider. Zwei Mal hintereinander in der Woche. Das ist so dreist, was bleibt mir anderes übrig? Jetzt wird also wieder geklagt.

Samstag, 2. Februar 2013

Wie mich der Rundfunkbeitragsstaatsvertrag zum Glauben bekehrte

Ich freue mich auf den Tag, an dem die GEZ mich besuchen kommt. Ich werde die Drückerkolonne mit einem Nudelsieb auf dem Kopf und einem donnernen "Arrrr!" begrüßen. Warum? Weil meine Wohnung eine Pastafari-Kirche ist. Wir erinnern uns: Pastafari, das sind jene sympathischen Gläubigen, die dem Schöpfer unserer Welt, namentlich dem Fliegenden Spaghettimonster huldigen. Und sie meinen es (natürlich!) völlig ernst.

Um die intellektielle Verwirrung nun allmählich zu entkernen, begeben wir uns kurz in juristische Abgründe. Der Rundfunkbeitragsstaatsvertrag (hässliches Wort), in der aktuell geltenden Version vom 29. Juni 2011, die festgelegt wurde durch Artikel 1 vom 15. Rundfunkänderungsstaatsvertrag (sehr sehr hässliches Wort), besagt in Paragraph 5, Absatz 5, Ziffer 1

Ein Rundfunkbeitrag nach Absatz 1 ist nicht zu entrichten für Betriebsstätten die gottesdienstlichen Zwecken gewidmet sind.

Juhuu! Oh, Moment, das gilt nur für "Betriebsstätten", nicht für private Wohnungen. Was ist also eine Betriebsstätte? Paragraph 6 hilft uns aus:

Betriebsstätte ist jede zu einem eigenständigen, nicht ausschließlich privaten Zweck bestimmte oder genutzte ortsfeste Raumeinheit oder Fläche innerhalb einer Raumeinheit. [...] Auf den Umfang der Nutzung zu den jeweiligen nicht privaten Zwecken sowie auf eine Gewinnerzielungsabsicht oder eine steuerliche Veranlagung des Beitragsschuldners kommt es nicht an.

Es ist also völlig ausreichend, wenn ich zumindest gelegentlich meine Wohnung nicht ausschließlich privat nutze. Das ist der Fall, ich bin schließlich Gewerbetreibender. Leider in der IT-Branche, nicht in der religiösen. Das macht aber nichts. Meine Wohnung ist damit Betriebsstätte. Jetzt muss sie nur noch gottesdienstlichen Zwecken gewidmet sein. Das heisst ja nicht, dass ich Gottesdienste abhalte. Die Widmung ist ausreichend, nicht wahr? Wer oder was ist Gott im Sinne dieses Gesetzes? In diesem Land herrscht Religionsfreiheit. Ob ich zu Gott, Allah oder dem großen grünen Arkelanfall bete, sei mir überlassen. Wie nun diese Widmung an Gott auszusehen hat, geht aus dem Gesetz leider nicht hervor. Ich gehe aber davon aus, dass die Betriebsstätte gottesdienstlichen Zwecken gewidmet ist, wenn dort tatsächlich gottesdienstliche Handlungen stattfinden. Was eine gottesdienstliche Handlung ist, sollte auch klar sein. Das eribt sich aus dem Wort. Gottesdienst kommt von "Gott dienen", das tut prinzipiell jeder, der irgendwie gläubig ist. Aber bevor es zu schwammig wird, und das ganze einem Richter hinterher nicht mehr zu erklären ist, würde ich sagen, ich halte tatsächliche Gottesdienste ab. Für das fliegende Spaghettimonster, zumindest bis mir etwas besseres einfällt. In diesem Sinne:

Einladung zum Gottesdienst

An jedem Freitag der auf den 23. des Monats folgt, 20:00. Es gibt Spaghetti Bolognese. Meldet euch bitte rechtzeitig vorher an.

...womit das Thema GEZ-Gebühren erledigt wäre. :)

Freitag, 4. Januar 2013

Dienstag, 1. Januar 2013

Jahresrückblick 2012

Januar 2012

Nachdem ein mutmaßlicher Hells Angel um 3 Uhr nachts meine Tür eintrat und aus dem Fenster meines Arbeitszimmers sprang, beschloss ich, auszuziehen. Ein unsympatischer Polizist wird Nachmieter. Direkt nach seinem Einzug will er mich verklagen, weil ihm die Farbe der Küche nicht mehr gefällt. Ich wünsche ihm viel Glück und höre nie wieder etwas von ihm. Orange und ich besichtigen in Berlin ein paar Wohnungen und vergucken uns in ein denkmalgeschütztes Weltkulturerbe. Bis zum Einzug schnorre ich mich bei ihr durch.

Februar 2012

Mein Arbeitsplatz ist die Couch. Ich bastle weiter an RateCode, treffe mich zu Kooperationsgesprächen, die im Sande verlaufen. Dann kriegen wir den Schlüssel zur neuen Wohnung. Ich bestelle direkt eine 120-MBit-Leitung, und dann erst Strom. Wir renovieren zwei Wochen am Stück. Die Fußleisten bleiben problematisch

März 2012

Die CeBit in Hannover wird zu einem Albtraum. Ich schlafe den letzten Tag nicht und fahre völlig übermüdet zum wichtigsten Meeting meines Lebens. Zweitlängste Zeit, die ich jemals wach war.

Wir ziehen meine Sachen nach Berlin um. Auf der Hinfahrt wird leider ein Betonpfeiler ramponiert. Der Besitzer zwingt mich, ihn zu reparieren. Ich rücke persönlich mit Schnellzement an.

Da wir jetzt schon Übung darin haben, renovieren wir auch gleich noch die alte Wohnung. 5 Minuten vor Abgabe sind wir fertig.

April 2012

Ein neue Projekt kostet meine ganze Zeit, deswegen lege ich RateCode auf Eis. Nebenbei mache ich Krach

Mai 2012

Wir fliegen nach Russland. Kwas wird mein neues Lieblingsgetränk und Russland mein neues Lieblingsland. Ich wäre am liebsten direkt dort geblieben, doch leider ruft die Arbeit. Mein Lieblingslimousinenservice BlackLane startet.

Juni 2012

Ich arbeite immernoch. Zur Abwechslung hacke ich E-Plus. Dann bringe ich ein Schild an meinem Briefkasten an, das Werbung verbietet. Die Einwerfer mahne ich ab. Erfolglos. Wir ziehen in unsere Sommerresidenz nach Birkenwerder.

Juli 2012

Die meiste Zeit sind wir in Birkenwerder. Ich arbeite endlich wieder von der Couch aus, diesmal von einer anderen. Ich wette gegen die Geschäftsführung, und verliere. Von nun an muss ich einen Schnurrbart tragen.

August 2012

Nach 8 Monaten Briefwechsel mit Vodofone gewinne ich. Man erlässt mir die Grundgebühren für eine Dienstleistung, die als kostenlos beworben wurde. Die neu gewonnene Zeit stecke ich in Arbeit.

September 2012

Ich manipuliere meine Geschmacksnerven mit Miraculin und kann ein ganzes Glas Zitronensaft trinken, ohne das Gesicht zu verziehen. Ich stelle fest, dass man von Vitamin C Durchfall kriegt.

Wir machen einen IQ-Test bei Mensa. Ich habe 2 IQ-Punkte zugelegt, reicht trotzdem noch nicht.

Dann fahren wir nach Northeim und durchforsten das Stadtarchiv nach den Aufzeichnungen zur syntrometrischen Maximentelezentrik und der Quantenfeldtheorie von Burkhard Heim. Ich lese den Kram, verstehe aber nichts. Es wird Zeit, Physik zu studieren.

Oktober 2012

Mein Physikstudium beginnt mit Verschlafen. Ich stehe ab jetzt nicht mehr um 14 Uhr, sondern um 8 auf. Das Studium wird härter als ich dachte. Nach drei Wochen mit 84 Arbeitsstunden beschließe ich, nicht mehr zu den Vorlesungen zu gehen.

November 2012

Es war keine gute Idee, die Vorlesungen zu schwänzen. Ich komme kaum noch mit, also gehe ich wieder in die Uni, dafür arbeite ich nur noch Teilzeit.

Dezember 2012

Es wird härter. Ich hasse Vektorräume. Zum Glück macht die Uni über Weihnachten 2 Wochen Pause. Zusammen mit Timo versuche ich einen Weltrekord - und scheitere. An Weihnachten koche ich ein 3-Gänge-Menü. Ich finde es katastrophal, doch der ganzen Familie schmeckt's. Die Silvesterparty ist so großartig wie die Aussicht aufs Feuerwerk. Das neue Jahr startet mit einem anständigen Kater.

Freitag, 23. November 2012

Ersatzzustellung

Ich hasse sowas. Man bestellt ein Paket, ist auch wirklich zuhause, weil es wirklich abartig wichtig ist, dass man es kriegt, dann kommt es nicht. Und am nächsten Tag findet man im Briefkasten den Zettel, dass das Paket beim Nachbarn ist. Manchmal bei freundlichen, manchmal bei grantig dreinblickenden Zeitgenossen und manchmal auch beim Bäcker, und der hat schon zu. Mist. Das Phänomenen heißt "Ersatzzustellung". Der Postbote ist zu faul, bei allen zu klingeln und lädt dann die Pakete bei exakt einem Nachbarn ab. Das passt mir nicht. Frei nach dem Motto diverser Outbound-Call-Center-Sales-Veteranen - "Das Telefon ist eine Waffe!!!" - zog ich in den Krieg.

Anruf bei der DHL Hotline. Der Sprachcomputer will von wir wissen, um welches Stichwort es geht. Mit monotoner Stimme spreche ich langsam ins Telefon: "Paket". Er versteht mich nicht. Nächster Versuch. Ich, sehr genervt: "Paket" - es funktioniert. Nächste Frage: "Geht es um ein Paket das innerhalb Deutschlands verschickt worden ist?". Ich überlege. Eigentlich geht es nicht um Pakete die verschickt worden, es geht um die Pakete die ich noch kriegen werden. Hoffentlich. Ich: "Nein". Computer: "Vielen Dank. Ich verbinde Sie mit unserer Abteilung Paket International". Verdammte Fuzzy-Logic. Nach etwas Fahrstulmusik geht es in die erste Runde.

Ich: "Was muss ein Online-Shop auf das Paket schreiben, damit das nicht bei den Nachbarn oder umliegenden Geschäften abgegeben wird?"
Sie: "Das geht nur mit einem Brief. Ein Einschreiben"
Ich:: "Und bei einem Paket?"
Sie: "Da geht das nicht"
Ich: "Wenn ich Sie also richtig verstanden habe, ist es bei DHL nicht möglich, ein Paket so zu adressieren, dass es auch wirklich bei dem Empfänger ankommt, der auf dem Paket steht?"
Sie:: "Genau."
Ich:: "Wenn ich also will, das mein Paket ankommt, sollte ich nicht mit DHL verschicken"
Sie: "Ja, da müssen Sie mit wem anders verschicken"

Ich bedanke mich und drücke auf Wahlwiederholung. Diese Frau spinnt, ich muss jemanden mit Ahnung in die Leitung kriegen. Diesmal sage ich die richtigen Zauberworte und lande bei Paket National. Die Warteschleife beschallt mich mit dem, was der geneigte Neurolinguistische Psychologe als die perfekte Implementierung des Milton-Modells erkennt. Leere Worte. "Wir bei DHL sind uns unserer Verantwortung bewusst. Darum möchten wir die Welt nachhaltig verändern". Die nächste Supportmitarbeiterin unterbricht mich, bevor ich mir ausführlichere Gedanken machen kann. Und diesmal höre ich, was ich hören möchte. Wenn man nicht möchte, dass ein Paket ersatzzugestellt wird, muss man einfach nur auf das Paket schreiben: "Keine Nachbarschaftszustellung". Und man kann bei DHL hinterlegen, dass für einen Namen und eine Adresse auch keine Ersatzzustellungen stattfinden. Das habe ich direkt mal gemacht. Ob das hilft, werden wir sehen.

Sonntag, 4. November 2012

Des Workaholics' Monatsrückblick.

Die Leute fragen mich immer, was ich studiert habe. Je nachdem, was so als Smalltalk-Thema auftritt, wird gemutmaßt, dass ich Mathematiker, Physiker, Chemiker, oder am allerliebsten Informatiker sei. Manchmal auch mehreres auf einmal. Stimmt nur nicht. Ich hatte bis jetzt zwar ein Abitur (ein ziemlich schlechtes), aber kein Studium. Eine Tatsache, die bis jetzt nur meinen Opa gestört hat. "Junge", sagt er hin und wieder, "du musst was anständiges lernen, sonst wird aus dir nichts". Dass er dabei ignoriert, dass ich seit meinem 17. Lebensjahr mein eigenes Geld verdiene, macht mir nichts.

Letztes Jahr um diese Zeit habe ich mich trotzdem eingeschrieben, aus ganz pragmatischen Gründen. Es gibt dann nämlich ein Semesterticket. Zum Preis von etwas über 270 Euro kann ich quer durch Berlin fahren, das ist wesentlich günstiger als das regulär gekaufte 3-Zonen-ABC-Abo-Ticket. Eine gewisse Knauserigkeit liegt mir eben im Blut. Ich habe also öffentliche Verkehrsmittel mit angestrebtem Abschluss Zwangsexmatrikulation studiert. Von Unis hielt ich nicht so viel.

Das Problem ist nur: Irgendwann faszinieren einen Dinge und lassen einen nicht mehr los. Wie etwa Legenden um tote Physiker. Anfangs reicht Youtube noch, um sich in 12 mal 90 Minuten die Grundlagen der Tensoranalysis am Beispiel der Allgemeinen Relativitätstheorie reinzuziehen. Nur: Je weiter es einen in physikalische Spezialgebiete verschlägt, desto mehr wünscht man sich, nicht alles immer googlen zu müssen, sondern es einfach zu wissen. Was zur Hölle sind Bra- und Ket-Vektoren? Popov-Geister? Die Christoffelsymbole in der Schwarzschildmetrik? Was mir fehlt, ist eine grundsolide Ausbildung in Physik, ein anständiges Studium, den ganzen Kram mal 2-3 Jahre lang in aller Ruhe lernen. Wie gut, dass ich schon eingeschrieben bin. Das Wintersemester ging vor einem Monat los und ich musste feststellen - man hat es an den fehlenden Blogposts gemerkt - das es ziemlich hart ist, neben dem Job noch zu studieren.

Exemplarischer Tag letzter Woche: Um 8 Uhr aufstehen, um 9 Uhr gehts los in die Uni, nach einer Stunde Fahrtzeit sitze ich dann in meiner Vorlesung. 90 Minuten Theoretische Physik, anschließend Lineare Algebra, ich beobachte den Professor dabei, 200 ambitionierten Erstsemestlern und einem Nerd im Halbschlaf die Menge der natürlichen Zahlen zu erklären. Um 14 Uhr dann von der Uni direkt ins Büro, unterwegs schnell Fastfood-Nahrungsaufnahme. Mein Essen ist wahlweise die China-Nudelbox mit dem halbgaren Hühnchen, Döner der vor Soße trieft, oder die Pappbrötchen vom Bürger-König. Glücklicherweise habe ich flexible Arbeitszeiten, aber wenn ich was schaffen will, bin ich um 15 Uhr da und um 21 Uhr wieder weg. Heute fährt mich ausnahmsweise die Limo nach Hause, dank Stau dauert das dummerweise länger als mit den Öffentlichen. Nächstes Mal wieder U-Bahn. Zuhause bin ich kurz vor 22 Uhr. Essen, Schlafen, von vorne. Am Wochenende liegengebliebene Arbeit nachholen und Übungsaufgaben rechnen. Freizeit: Keine. Starkes Verlangen nach einem Hermione-Style Stundenglas setzt ein.

Resultat des Experiments: Das kann man 3 Wochen lang aushalten, dann wird es unangenehm. Der Wunsch, den Kram einfach hinzuschmeißen und in ein paar Jahren, wenn das Unternehmen endlich verkauft ist, neu anzufangen, steigt exponentiell. Andere Option: Das Leben wird einer Revisionsprüfung unterworfen. Überflüssiges streichen. Wie kriege ich mehr Freizeit? Der Job wird jetzt etwas runtergefahren. Vor knapp einem Jahr war ich die IT-Abteilung, jetzt gibt es ein Team. Also weniger machen. Die Vorlesungen sind zwar ganz nett anzusehen, aber nicht überlebenswichtig, die Grundlagen kenne ich ja. Also weg damit!

Übrig bleibt eine richtig gechillte 50-Stunden-Woche.